Zusammenfassung des Jahres 1845
15. 03. 1845 Beschluss: Zum Stiftungsfest wird die Einladung an die befreundeten Liederkränze besprochen. Jeder Verein bekommt eine Tafel mit dem Namen des Vereins, eine Mustertafel wurde in Stuttgart bestellt.
07. 04. 1845 Beschluss: Jeder neue Sänger braucht einen Bürgen. Weitere Beschlüsse: Durch das Intelligenzblatt (Gäubote) wird die Bevölkerung dazu aufgerufen, ihre Häuser für das Stiftungsfest und den Festzug zu schmücken. Am Festtag wird der Tag morgens um 5 Uhr mit Böllerschüssen vom Schlossberg eingeleitet (die Böllerkanonen werden von Rottenburg ausgeliehen). Um 5.30 Uhr wird vom Turm der Stiftskirche geblasen. Bei dem Festakt wird vom Director des Liederkranzes ein silberner Pokal an Herrn Friedrich Silcher aus Tübingen überreicht.
Den Wirten, die auswärtige Gäste beherbergen, wird gestattet, dass sie für einen Schoppen Bier 3 Kreutzer und für einen Halben 5 Kreutzer verlangen dürfen.
24. 06. 1845 Erstes Liederfest in Herrenberg. Eingeladen werden neben den benachbarten Vereinen noch die Liederkränze aus Böblingen, Sindelfingen, Esslingen, Ludwigsburg, Rottenburg, Tübingen, Reutlingen, Nagold, Altensteig und Calw.

Für die Vorbereitungen zu diesem Fest waren insgesamt 18 Comitesitzungen notwendig. In der 19. Sitzung am Tag nach dem Fest wurde Kasse gemacht:
Einnahmen: 140 Gulden und 29 Kreutzer
Ausgaben: 141 Gulden und 21 Kreutzer

Im Vorwege zu diesem Fest fand schriftliche Korrespondenz mit dem Komponisten Friedrich Silcher (1817-1860) statt, der in jener Zeit der Tübinger Akademischen Liedertafel vorstand. Ein Brief Silcher mit dem Datum des 04. 06. 1845 ist in den Unterlagen des Liederkranzes erhalten geblieben. Er wurde bei einer Materialsichtung- und Ordnung durch Felix Kocher wiederentdeckt und später dem Herrenberger Stadtarchiv übergeben. Eine Kopie des Briefes befindet sich im Silchermuseum in Schnait.
Hier klicken zum Text des Silcherbriefs

08. 11. 1845 Es wurde beschlossen, das Musikwerk "Die Glocke" von Friedrich Schiller, welches von Andreas Romberg (1767-1821) vertont wurde. (Anm. d. Chronisten: In früheren Abhandlungen und Aufzählungen des Vereins wird zumeist "Die Glocke" von "Kri(e)nberg" angeführt. Hier liegt wohl ein wohl ein Fehler in der Übertragung aus der Sütterlinschrift vor.)
Die Aufführung fand im Rathaussaal statt, das Entree betrug 12 Kreutzer.